|
Ulrike Waschik © Das Emscher-Riff Pfahlfaune retten das Emschertal Ein Märchen vom Berggeist Ugly, der Wettermacherin Serpentina und dem Platanen-Manitu der Altenessen und Karnap vor einer Überschwemmung rettete.
Noch vor einem halben Jahr lebte der Berggeist Ugly unter der Schurenbachhalde. Seine Nachbarin war die Regenbogenschlange Serpentina, die für das Wetter im Essener Norden zuständig war. Sie lebte oben auf der Halde. Ugly wollte die Altenessener und Karnapienser aus dem Emschertal vertreiben, denn es wurden immer mehr. Sie kippten Ihr Bade- und Spülwasser ungereinigt in die Emscher. Auch aus anderen Stadtteilen Essens floss Schmutzwasser in die Emscher. Der Berggeist musste sein Wasser in Eimern aus einem weit entfernten Fluss holen.
Die böse Regenbogenschlange Serpentina beschloss ihrem Nachbarn, dem Berggeist Ugly zu helfen, die Einwohner des Essener Nordens zu vertreiben. Ugly hoffte, das Wasser der Emscher wieder trinken zu können, wenn die Einwohner erst mal fort wären. Eines Morgens schüttete er ein ganz gefährliches Gift in die Emscher. Der Fluss verfärbte sich sofort tiefschwarz. Dann brach ein Unwetter los. Es war im Spätherbst 2007. Schwarze Wolken schoben sich über den Himmel. Die Wolken hingen so tief, dass sie an die Schurenbachhalde stießen und als tosende Wassermassen hinabfielen. Es regnete stundenlang. Die Emscher verwandelte sich in einen reißenden Strom. Es blitzte, donnerte, Bäume wurden unterspült, fortgerissen und trieben im Strom. Das vergiftete Wasser überflutete alles. Wo das giftige Wasser hinkam, dort wuchs nichts mehr. Nur noch Serpentinas Helferschlangen fühlten sich in dem brodelnden Wasser wohl. Das alles beobachtete der weise Baumgeist aus Altenessen. Er lebte als Platane in einem wunderschönen Schulgarten und freute sich immer, wenn sich die Schulkinder im heißen Sommer in seinen Schatten setzten und von ihren Reisen in ferne Länder erzählten. Dadurch war er sehr klug geworden. Er kannte sehr viele Zaubersprüche aus der ganzen Welt. An dem schwarzen Unwettertag ließ er seine letzten Herbstblätter kräftig rauschen und rief damit die Schulkinder zu sich. Er weihte sie in seinen Plan ein, Altenessen und Karnap zu retten. Erste schwarze Pfützen bildeten sich bereits an seinen Wurzeln. „Naraga mara daga“, murmelte es durch die Zweige. Dann ein fürchterliches Krachen. Die Kinder rieben sich die Augen. Nie hatten sie so etwas gesehen. |
![]() |
![]() |
![]() |